Tuesday, September 12, 2006
Wednesday, March 15, 2006
Early Second Language Acquisition (Early SLA)
my previous work was on early second language acquisition - which is child language acquisition. here is a link to the project managers site (in german) in Bozen/Bolzano, Italy
Prof. Dr. R. Franceschini has been at the Universität des Saarlandes (chair of applied linguistics) and went to Bolzano in october 2004. Here is an interview (in german) about the neuronal network and the developmental influence of first, second and third language acquisition.
study on early SLA (in german)
here is an abstract of my study: a camparision of SLA development in early second language acquisition (SLA) :
Früher schulischer Fremdsprachenerwerb Französisch im Saarland: eine Vergleichsstudie zum Modellversuch ab Klasse 1 im Vergleich zum Beginn ab Klasse 3
Erik Lautenschlager
Die Studie behandelt Daten, die im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung des saarländischen Modellversuchs "Frühfranzösisch ab Klassenstufe 1" erhoben wurden. Diese werden Daten aus dem flächendeckenden Frühfranzösischunterricht ab Klassenstufe 3 gegenübergestellt und anhand verschiedener Indikatoren auf Gleichstand oder Unterschiede im Erwerbsfortschritt untersucht. Es handelt sich um experimentelle Daten, den so genannten Père-Noël-Daten. Dabei werden die Schüler von einem als Père-Noël verkleideten Mitarbeiters des Lehrstuhls für Angewandte Linguistik der UdS[1] befragt.
Es werden Aufnahmen aus dem Modellversuch verwendet, wobei dieselben Schüler einmal in der zweiten Klasse (A1) und einmal in der vierten Klasse (A2) aufgezeichnet wurden. Hinzu kommen zusätzlich für diese Studie erhobene Daten aus dem flächendeckenden Unterricht. Dabei handelt es sich um eine vierte Klasse, im zweiten Lernjahr Frühfranzösisch (B1).
Der Vergleich kann damit auf zwei Ebenen stattfinden: einmal werden die Produktionen von Lernern unterschiedlichen Alters im selben Lernstadium untersucht (4. Klasse Modellschule (A2) vs. 4. Klasse flächendeckend (B1) = Lernerstadium 4.4 im Alter von ca. 10 Jahren (A2) vs. Lernerstadium 2.4 im Alter von ca. 10 Jahren (B1)). Die zweite Ebene stellt der Vergleich des selben Lernstadiums bei unterschiedlichem Alter dar (Lernerstadium 2.4 im Alter von ca. 8 Jahren (2. Klasse Modellschule) (A1) vs. Lernerstadium 2.4 im Alter von ca. 10 Jahren (4. Klasse flächendeckender Unterricht) (B1)).
In diesem Vergleich wurden etablierte Erwerbsstandsindikatoren verwendet, wie die MLU oder die Textmenge, aber auch die Anzahl von Nomen, Verben, Adjektiven und Artikeln. Zusätzlich wurde bei der Untersuchung der Nomen und den Artikeln eine qualitative Untersuchung angestellt, da die rein quantitative Untersuchung keine aussagekräftigen Ergebnisse erbrachte. Schließlich wurde anhand eines für diese Studie erdachten und auf die vorliegenden Daten abgestimmten Indikators das Hörverstehen verglichen (AIAs).
Aufgrund der Ergebnisse kann von einer deutlich höheren fremdsprachlichen Kommunikationskompetenz der vierten Klasse der Modellschule (A2) im Vergleich zur vierten Klasse des flächendeckenden Unterrichts (B1) ausgegangen werden. Dabei zeichnen sich die Nominalphrasen in A2 im Vergleich zu B1 durch komplexere syntaktische Verknüpfungen aus, die für eine bewusste Einbettung der Nomen in den Nominalphrasen und rudimentäre Angleichungsversuche in der Klasse der Modellschule (A2) sprechen.
Im Bereich der Artikel zeigt sich außerdem, dass die Unterscheidung spezifisch/unspezifisch noch nicht konsequent von der Klasse B1 zielsprachlich umgesetzt wird. Dagegen markieren die Schüler der Modellschule in der vierten Klasse (A2) die Definitheit immer der zielsprachlichen Norm entsprechend.
Die Lerner zeigen im Allgemeinen nach zwei Jahren im flächendeckenden Unterricht ab Klasse 3 eine höhere Kompetenz (im Bereich Vokabular, bzgl. einer größeren Textmenge Französisch und geringeren Anzahl an Formelhaften Sequenzen sowie weniger Artikelauslassungen) als die jüngeren Schüler nach zwei Jahren Frühfranzösisch im Modellversuch. Man kann also davon ausgehen, dass bei einem Erwerbsbeginn in der dritten Klasse in gewisser Weise ein schnellerer Erwerbsablauf bei den Lernern vorliegt.
Dagegen ergab die Untersuchung der Hörverstehenskompetenz ein besseres Ergebnis für die jüngeren Schüler aus der Modellschule (A1), was v. a. auf den Einfluss des natürlich französischsprachigen Inputs der muttersprachigen Lehrkräfte zurückzuführen ist. Auch im Rahmen der Analyse der morphosyntaktischen Verknüpfungen kann der zweiten Klasse der Modellschule (A1) eine bessere Grundlage für den weiteren Erwerbsablauf zugesprochen werden als der Klasse aus dem flächendeckenden Unterricht (B1).
Auswirkungen dieser unterschiedlichen Grundlage, welche bei B1 und A1 festgestellt wurden, zeigen sich in der signifikant höheren kommunikativen sowie zielsprachlichen Kompetenz der Lerner aus der vierten Klasse des Modellversuchs (A2). Somit kann angenommen werden, dass die Klasse aus dem flächendeckenden Unterricht (B1) den Erwerbsvorsprung der Modellschüler nicht bis zum Ende der vierten Klasse einholen kann, auch wenn sich in den Produktionen nach zwei Jahren Frühfranzösisch im flächendeckenden Unterricht ein Vorsprung gegenüber den Zweitklässlern des Modellversuchs zeigt. Ob und wenn ja, wie sich diese bessere Grundlage im Französischunterricht der weiterführenden Schulen auswirkt, müsste in einer Analyse von Lernerdaten aus der ersten und zweiten Sekundarstufe weiter untersucht werden.
Auswahlbibliographie:
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[1] den Lehrstuhl für Angewandte Linguistik und Sprachlehrforschung des Romanistischen Instituts der Universität des Saarlandes hatte zu diesem Zeitpunkt Frau Prof. Dr. Rita Franceschini inne, die ebenfalls mit der Leitung der wissenschaftlichen Begleitung betraut war.
Heute ist Prof. Franceschini an der Freien Universität Bozen (www.unibz.it)
